{"id":4341,"date":"2014-06-27T10:58:50","date_gmt":"2014-06-27T10:58:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.virtual-archive.org\/borderland\/?page_id=4341"},"modified":"2015-03-13T10:00:28","modified_gmt":"2015-03-13T10:00:28","slug":"deutschland-endstation-ost","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.virtual-archive.org\/borderland\/filmprogramm\/deutschland-endstation-ost\/","title":{"rendered":"DEUTSCHLAND ENDSTATION OST"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #c0c0c0;\"><strong>DDR 1964, R. Frans Buyens, K: Hans Eberhard Leupold, Ausschnitt 15&#8242;<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #c0c0c0;\">&#8222;Die DDR, mit den Augen eines Ausl\u00e4nders gesehen&#8220;, so lautete der urspr\u00fcngliche Filmtitel des belgischen Filmemachers Frans Buyens der 1964 im Auftrag des DDR-Au\u00dfenministeriums realisiert aber nicht freigegeben wurde. In einer eigenwilligen Mischung aus propagandistischen Darstellungen und frei gedrehten Befragungen von Stra\u00dfenpassanten und Grenzsoldaten zum Mauerbau, von Arbeitern, mittelst\u00e4ndischen Unternehmern und Studenten zur Lage in der DDR 1964 ist er ein einmaliges Dokument der Stimmungslage von Teilen der DDR-Bev\u00f6lkerung in den fr\u00fchen sechziger Jahren.<\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #c0c0c0;\"><strong>Transkript (Ausschnitt)<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #c0c0c0;\"><strong style=\"color: #c0c0c0; line-height: 1.714285714; font-size: 1rem;\">I:<\/strong><span style=\"line-height: 1.714285714; font-size: 1rem;\"> Die Abriegelung der Grenze zwischen West- und Ost-Berlin hat neue psychologische Probleme mit sich gebracht.\u00a0<\/span>Hier, im Herzen Europas, f\u00fchrte der Kalte Krieg zu Zwischenf\u00e4llen die Opfer forderten.\u00a0Auch die Soldaten die hier auf Wache stehen, habe ich gefragt, was sie \u00fcber diese Lage denken:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Und das ist eine Staatsgrenze.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Und jeder Staat sch\u00fctzt seine Staatsgrenze.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> An jeder Grenze wird geschossen, wenn (es) ein gewaltsamer Durchbruch ist.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> I:<\/strong> Was geschieht, wenn einer versucht \u00fcber die Mauer zu kommen?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Wir rufen ihn an: &#8222;Halt! Stehen bleiben!&#8220;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Bleibt er auf unseren Warnsch.. (&#8230;) Warnruf und Warnschu\u00df nicht stehen, dann sind wir verpflichtet ihn auch mit der Schusswaffe in der Hand zum Stehen zu bringen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Der Mann versucht ja, wir wollen mal sagen, den Gegner nicht zu erschiessen oder zu verletzen, man versucht ja den Gegner festzunehmen erstmal.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Aber besch\u00e4ftigt sie dieses Problem (&#8230;) ?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Es wird \u00fcber solche F\u00e4lle dann gesprochen, es wird ausgewertet (&#8230;)<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> (&#8230;) was man besser machen konnte, um vielleicht ohne der Anwendung der Schusswaffe den Grenzverletzer zum Halten zu bringen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Denn wir legen keinen Wert darauf, Menschen zu erschiessen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> I:<\/strong> Sind Sie schon in solchen Umst\u00e4nden gewesen?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Nein. Wir sind noch nicht dazu gekommen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Ich bin jetzt schon zwei Jahre hier an der Grenze, aber mir ist das noch nicht vorgekommen, so ein Fall, also wo ich schiessen muss.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Und ich hoffe auch, dass es so bleibt, dass es nicht sein muss.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> I:<\/strong> Aber wenn es vorkommen sollte, sollte das kein Gewissens Problem f\u00fcr Sie sein?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Nein.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> I:<\/strong> Sind Sie sicher?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Nein, auch nicht.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> I:<\/strong> Bist du sicher?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Ja, denn wir stehen ja hier f\u00fcr alle friedliebenden Menschen auf Wacht.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Nicht blo\u00df f\u00fcr uns Deutsche.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Es kommt vor die Frage.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Es gibt zwar noch Genossen dabei, also die passiv dagegen stehen, gegen das (&#8230;) gegen den also (&#8230;) gegen das Schie\u00dfen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Vielleicht f\u00e4llt es manchen Soldaten etwas schwer, aber (&#8230;) in einer gewissen Hinsicht, ja, setzt er sich da dann doch dar\u00fcber hinweg (&#8230;)<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> (&#8230;) und sie k\u00f6nnen das irgendwie nicht vereinbaren, wahrscheinlich mit ihrem Gewissen oder was (&#8230;)<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> I:<\/strong> Wenn Sie schie\u00dfen sollen, w\u00fcrden Sie das tun auf Befehl, nur auf Befehl?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Ja.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Es geht nicht nur nach Befehl.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> I:<\/strong> Wo drauf spricht Ihr?<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Als Pflicht ist das nicht. Das hat auch mit \u00dcberzeugung was zu tun.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Denn wir sind alles Arbeiter- und Bauerns\u00f6hne und wir m\u00f6chten unsere Errungenschaften, die wir jetzt geschaffen haben, m\u00f6chten wir verteidigen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> M:<\/strong> Das m\u00fcssen wir eben mit der Waffe in der Hand.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #c0c0c0;\"> <strong> I:<\/strong> Die Lage in Berlin (&#8230;)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #c0c0c0;\">Transkript: Nino Selmikeit<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DDR 1964, R. Frans Buyens, K: Hans Eberhard Leupold, Ausschnitt 15&#8242; &#8222;Die DDR, mit den Augen eines Ausl\u00e4nders gesehen&#8220;, so lautete der urspr\u00fcngliche Filmtitel des belgischen Filmemachers Frans Buyens der 1964 im Auftrag des DDR-Au\u00dfenministeriums realisiert aber nicht freigegeben wurde. 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